Strobistenblitz: Soligor 42 DA bzw. Achiever 632 LCD

ThomasKategorie: Blitzlicht & Kunstlicht noch keine Kommentare

In meiner Serie über ältere manuell bedienbare Blitzgeräte stelle ich heute ein weiteres Exemplar für den „Strobisten“ vor: Den Soligor 42DA.

manueller Blitz

Der Soligor 42 DA bzw. der Achiever 632 LCD

Es gibt via Ebay eine Menge an alten Blitzgeräten für sehr wenig Geld zu kaufen, welche zwar rein lichttechnisch zum beispielsweise entfesselten Blitzen brauchbar wären. Allein: Diejenigen, welche auch wirklich manuell bedienbar sind, lassen sich fast an einer Hand abzählen. Hierzu habe ich eine kleine Übersicht erstellt: Übersicht manuell bedienbarer alter Blitzgeräte.

In diesem Beitrag möchte ich ein weiteres Exemplar der Gattung „alt aber noch gut brauchbar“ vorstellen: den Soligor 42 DA. Dieses Gerät ist in drei verschiedenen Modi nutzbar: völlig manuell; Automatik via Computerzelle; TTL. Für die TTL-Funktion hat mein Exemplar einen Adapter (auswechselbar!) für Nikon. Für den Computerbetrieb sitzt vorne im Gerät die obligatorische Zelle. Ich besitze den Blitz unter „Achiever 632 LCD“ gelabelt. Es ist – bis auf die Beschriftung – identisch mit dem Soligor.

Soligor 42 DAZoom & LCD

Dieser Blitz war seinerzeit das erste Blitzgerät in meiner Sammlung, welches zum einen ein richtiges LC-Display besitzt. Zum anderen hat der Soligor einen Zoom! Damit lässt sich also der Lichtkegel ändern bzw. leicht die Lichtstärke erhöhen. Rechts ist das Gerät mit der Rückseite abgebildet. Bei diesem Foto ist der Zoom ganz ausgefahren (es gibt keinen Motor; man muss ihn händisch auseinander ziehen).

Der Soligor / Achiever lässt sich von 28 mm bis 85 mm „zoomen“.

Das schöne am Display: Es beinhaltet einen Rechner. Ich muss hier also nur die an der Kamera verwendeten ISO einstellen und die Blende. Sofort zeigt mir das LC-Display die nun günstige Reichweite an. Diese Verändert sich, wenn ich den Zoom betätige. Auch dies wird angezeigt. Hier wird also intern die bekannte Blitzformel angewandt, die ich hier genauer beschreibe. Man muss also nicht extra im Kopf rechnen.

Manuelle Steuerung

Als das für mich wichtigste Bedienelement ist der Schalter für die manuelle Leistungssteuerung zu nennen. Der Soligor 42 DA lässt sich natürlich in voller Leistung (TTL – FULL – M) abfeuern. Desweiteren kann man ihn um zusätzliche 4 Blendenstufen manuell herunter steuern (1/2; 1/4; 1/8; 1/16). Insgsamt habe ich also einen Spielraum von 5 Blenden, was für die meisten Situationen völlig ausreichend ist.

Leistung

Bei ISO 100 und einem Zoom von 85 mm besitzt der Soligor 42 DA eine Leitzahl von ca. 45. Das ist durchaus tüchtig. Besser aber, man vergleicht Leitzahlen bei einem Zoom von 35 mm: Hier besitzt das Gerät nunmehr die Standard-Leitzahl dieser Gerätegattungen: ca. 34. Dieser Wert ist gleich dem, den neue Systemblitze besitzen.

Fehler auf digitalen Kameras

Mein Achiver / Soligor besitzt einen Nikon-TTL-Anschluss. Diese Anschlüsse lassen sich einfach wechseln. Bei Nikon verhält es sich so: Er funktioniert a) nur auf analogen Nikon-Kameras oder b) nur auf Kameras ohne TTL. Man muss also einen Blitzfuß-Adapter auftreiben, der nur einen einzigen Mittenpin besitzt oder aber man klebt die anderen Pins einfach ab! Ansonsten wird er so (mit diesem Fuß) nicht an einer DSLR funktionieren.

Langsame Refresh-Zeit

Was bei dem Gerät negativ auffällt ist die wirklich langsame „Refresh-Zeit“: Nach Abgabe der vollen Leistung dauert es ewig, bis der Blitz wieder bereit ist (auch bei Akkus). So etwas ist mir noch nie unter gekommen.

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Dies ist ein sehr günstiger Einsteigerblitz für alle Kameras mit Standard-Hotshoe. Warum so günstig? Weil er keine TTL-Automatik beherrscht. Stattdessen regeln Sie die Lichtmenge manuell wie bei einem Studioblitz (und haben somit die volle Kontrolle über das Licht). Insbesondere für das Entfesseln ergibt dies Sinn.

Preis(e) aktualisiert am 21. Februar 2024, inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten | Alle Angaben ohne Gewähr | Werbung

Kurzum

Für kleines Geld würde ich zugreifen. Für einen alten, analogen Blitz besitzt er drei herausragende Merkmale: Zoom, Display, manuelle Steuerung. Gerade letzteres ist für einen Strobisten* sehr wichtig.
*So nennt man Leute, die mit manuellen Blitzgeräten Lichtsets aufbauen.

Man sollte aber einen Soligor nehmen, der einen Schuh mit nur einem Mittenpin besitzt. Ansonsten müsste man die anderen Pins abkleben. Unschön ist die lange Nachladezeit. Da z. B. ein Yongnuo YN560 heutzutage ca. um die 60 Euro zu haben ist und alles besser kann als der hier vorgestellte alte Blitz (außer die schöne Reichweiten-Anzeige im Display), würde ich solch alten Geräte nur für kleines Geld kaufen.

veröffentlicht: 27.01.16 | letzte Änderung: 25.01.24

Clipart einer PersonHallo, hier schreibt Thomas über allerlei fotografische Themen. Für die neueste Technik habe ich jedoch wenig übrig – Mein Interesse gilt eher dem selber Machen, den kleinen Tipps und Tricks, auch der analogen Fotografie und dem Fotografieren mit Kunstlicht.

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