Fotos im Drogeriemarkt entwickeln lassen: Die Sache mit dem Datenschutz

Fotoaufträge kann man sehr günstig in einem Markt der bekannten Drogerie-Ketten direkt vor Ort anfertigen lassen. Das ist günstig wie auch praktisch. Dabei sollte man jedoch immer daran denken, dass ein Jeder sich die eigenen Bilder ansehen- oder gar mitnehmen kann.

Ich gebe hin und wieder einen Farbfilm im Drogeriemarkt an der Ecke zum Entwickeln ab. Die Preise sind unschlagbar. Man kann dort jedoch auch digitale Daten ausbelichten- bzw. drucken lassen – ebenfalls zu sehr günstigen Konditionen. Man spart dabei Geld, wenn man die (zuvor online hochgeladenen Bilder) direkt in einem Markt der Wahl vor Ort selber abholen möchte und die Qualität x ist sicherlich besser als die, welche man von den stationären Druckern erwarten kann.

x Es dürfte sich hier um chemisch entwickelte Bilder auf echtem, langlebigen Fotopapier handeln, nicht um schlichte Drucke, die schnell ausbleichen. Zudem ist das Anfertigen von Fotobüchern möglich.

Typischerweise erfolgt die spätere Ausgabe nach dem Selbstbedienungsprinzip:

geöffnete Schublade mit Tüten fertiger Fotobestellungen in einem Rossmann Drogeriemarkt

Schublade mit Fotoaufträgen in einem Drogeriemarkt

Und hierbei sollte man natürlich bedenken, dass diese Tütchen von Jedem ungestört vor Ort geöffnet- und die Bilder betrachtet werden können.

Ich hatte kürzlich einen Beitrag auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau gelesen, in dem es um eine Kundin ging, für die sich dieses Prinzip als problematisch herausstellte: Offenbar fehlten einige Fotos in der Tüte (u. a. „oben ohne“, wie im Artikel beschrieben).

Wenn Fotos von anderen bearbeitet- bzw. angefertigt werden, werden diese mitunter auch begutachtet, wie es bei diesem älteren Video über ein Großlabor gut dargestellt wird:

Video laden
Dieses Video wird vom Dienst Youtube übertragen. Erst nach Klick auf „Video laden“ werden Ihre Daten (IP-Adresse) an Youtube übermittelt und es gelten hierfür die Datenschutzerklärungen von Google.

(Falls nicht automatisch zur Szene gesprungen wird, sie beginnt bei Minute 23:25.)

Dies erfolgt insbesondere jedoch bei kleineren Anbietern, die mehr auf Qualität und Service setzen. Denn nur durch das eigene Auge bzw. durch ein individuelles Abschätzen kann eine entsprechende konkrete und professionelle Bildbearbeitung vorgenommen werden. Nicht immer geschieht dies rein automatisch.

Dies erklärt natürlich nicht das Fehlen von Papierbildern. Man muss jedoch immer davon ausgehen, dass sich Fremde die eigenen Fotos ansehen oder gar kopieren – für welchen Zweck auch immer. Und natürlich kann ich mir im Drogeriemarkt meinen eigenen Fotoauftrag abholen und mir bei dieser Gelegenheit noch einige fremde Bilder in die eigene Tüte stecken. Es ginge ganz einfach. Man sollte dies stets bedenken.

Hand entnimmt eine Filmtasche aus der Schublade für fertige Fotoaufträge.
Der Markt sichert sich rechtlich mit der Datenschutzerklärung ab, welche bei einem Auftrag akzeptiert werden muss. Dort ist ggf. auch aufgeführt, dass die eigenen Bilder später zur Abholung in frei zugänglichen Abhol-Fächern aufbewahrt werden.

Jeder hat also zunächst Zugriff darauf. Für Bilder, die privat bleiben sollen, ist ein solcher Drogeriemarkt noch nie die richtige Option gewesen – zumindest sofern die Abhol-Station via Selbstbedienung funktioniert.

Eigentlich kann man solche privaten Bilder nur selber drucken, oder einen der (qualitativ schlechteren) Selbstbedienungsdrucker vor Ort nutzen. Nur dann bekommt sie niemand anderes zu Gesicht. Es ginge nicht anders. Wer analog fotografiert, müsste die Filme eigentlich vorher auch noch selber entwickeln bzw. digitalisieren. Schwierig.

Grundsätzlich kann ich das Empfinden der Betroffenen nachvollziehen – unabhängig davon, dass die Empörung längst zum Geschäftsmodell von s. g. Influencern geworden ist. Es muss – insbesondere als Frau – ein mulmiges Gefühl entstehen, wenn da plötzlich einige Aufnahmen fehlen x. Derlei Risiken sollten für einen Erwachsenen jedoch bereits beim Ausfüllen des Auftrages offensichtlich sein. Denn das Konzept der Selbstbedienung ist bekannt: Es kann dabei pro Filiale min. ein Mitarbeitergehalt eingespart werden.

x Bei Aufträgen vom „analogen“ Film übrigens kommt es mitunter durchaus vor, dass einige Motive nicht als Papierbilder vorliegen – Zum Beispiel wenn die Automatik im Labor (vermeintlich) falsch belichtete Aufnahmen ausließ oder bei eher exotischen Bildformaten (›Lomo-Kameras‹).

Aber die Idee mit versiegelten Fototaschen bzw. mit solchen, die man aufreißen muss, um den Inhalt zu begutachten, finde ich durchaus gut und dies ist sicherlich relativ leicht umsetzbar. Dies hindert einen selber ja nicht daran, die Qualität der Ausbelichtungen der eigenen Fotografien bereits vor der Kasse begutachten zu können, bevor man diese Arbeit bezahlt (oder auch nicht).

Es gibt (zumindest in größeren Städten) weiterhin kleinere Fotoläden, bei denen man immerhin erst an der Theke seinen eigenen, persönlichen Fotoauftrag nach Vorlage eines Nachweises entgegen nehmen kann. Von diesen kleinen, inhabergeführten Lädchen gibt es leider immer weniger.

Es hat alles seinen Preis.

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