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Und wieder ein Digitalrückteil für analoge Kameras: I’m Back

ThomasKategorie: Kameras und Objektive 10 Kommentare

Seit um die Jahrtausendwende Digitalkameras die analogen Fotoapparate zumindest im öffentlichen Bild nahezu vollständig abgelöst haben, gab es immer wieder die Idee, die hochwertigen Analogkameras mit einem Digitalrückteil oder einer digitalen Patrone auszustatten. Hier gibt es nun wieder einen Ansatz: Das Rückteil aus dem 3D-Drucker auf Basis eines Raspberry Pi Minicomputers. Das Projekt heißt treffend „I’m Back“.

zwei Nikon Kameras

Meine beiden Nikon-Kameras: Es wäre doch schön, wenn ich mein analoges Schmuckstück wahlweise auch mit einem digitalen Sensor bestücken könnte.

Seit vielen Jahren geistern bereits Projekte und Ideen durch entsprechende Medien, bei denen es darum geht, dass man seine schönen alten analogen „Vollmetallkameras“ neben Film auch mit einem Digitalrückteil nutzen müsste.
Der erste Ansatz war eine Art digitale Filmpatrone. Diese wird einfach anstatt eines Kleinbildfilms in die analoge Kamera eingelegt. In der Patrone sitzt die gesamte Elektronik. Nun wird einfach eine Art Lasche über die Filmbühne innerhalb der Kamera gelegt. Auf dieser Lasche sitzt der digitale Bildsensor. Dieses Projekt nennt sich RE-35 und es gibt hierzu sogar eine Internetseite.

Das Projekt „RE-35“ wurde bis dato jedoch nie realisiert.

Edit: Ein freundlicher Leser meines Blogs machte mich in den Kommentaren darauf aufmerksam, dass nun auch das Projekt RE-35 gestorben ist, leider. Offenbar war es stets eher nur als eine Art Designstudie gedacht oder gar als Aprilscherz, wie seit einiger Zeit ein Popup auf der Seite erklären möchte.

Ein ähnliches Projekt hieß „Digital Film“. Auch hier wollte man ein digitales Rückteil bauen, welches genau in die Filmaufnahme einer jeden analogen Kleinbildkamera passen sollte. Leider kam es nie zur Marktreife. Nun jedoch gibt es einen erneuten Versuch, analoge Kameras sozusagen digitaltauglich zu machen. Das kleine Digitalrückteil trägt den schönen Namen „I’m Back“.

Doch ich hatte bereits vor Jahren schon darüber nachgedacht, warum sich die bisherigen Lösungen (Digital Film und R-35) nie durchsetzen konnten. Ich überlegte schon in die Richtung, ob die Projekte nicht von einem Digitalkamerahersteller aufgekauft wurden, um sie sogleich zu beerdigen. Denn natürlich werden die Hersteller von Digitalkameras nicht daran interessiert sein, dass man weiterhin seine alten analogen Kameras mit „digitalem Film“ nutzt. Dabei sind die alten Kleinbildkameras so schön und eben auch sehr günstig auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen. Ich hätte da gerne noch eine „digitale Patrone“, die ich bisweilen anstatt eines richtigen Filmes einlegen könnte.

eine analoge Kamera

Es wäre doch toll, wenn es endlich ein funktionierendes „Digital Back“ für solche Schönheiten wie diese alte Yashica Analogkamera geben würde.

Nun gibt es jedoch, wie angekündigt, ein neues Projekt. Der Link verweist auf die englischsprachige Internetseite „Kickstarter“. Auch hier soll ein digitales Rückteil für analoge Kameras hergestellt werden – und zwar aus dem 3D-Drucker und als Herz mit einem sogenannten „Raspberry Pi“. Dies ist ein bekannter und günstiger Minicomputer.

Weiterhin wird das Digitalrückteil für analoge Kameras einen Touchscreen besitzen. An dieser Stelle unterscheidet sich das Konzept von den anderen beiden hier im Artikel erwähnten: Diese stellten einen reinen Patronenersatz dar, welcher bei geschlossener Rückwand komplett in der Kamera verschwand – ohne Bildschirm. Das Raspberry-Pi-Projekt ist jedoch an das konventionelle Konzept des digitalen Rückteils für Mittelformatkameras (Mamiya) angelehnt. Solche Rückteile sind jedoch immens teuer.

Ausgelöst wird das Rückteil über den Blitzanschluss der analogen Kamera. Blitzanschluss? Ja, hier wird ja lediglich ein Kontakt geschlossen – und zwar exakt zeitgleich zum Auslösen bzw. zum Spiegelschlag. So wird das Raspberry-Pi-Digirückteil angesteuert. Auf dieser Internetseite finden Sie auch noch weitere Infos zum Projekt nebst einer Bildergalerie. Weiterhin könnte man mit diesem Rückteil eigentlich auch filmen. Das wäre schon interessant. Ob dies der Raspberry (bzw. die Software) unterstützt? Ich weiß es nicht genau. Theoretisch wäre dies natürlich möglich (der Verschluss der Analogkamera müsste einfach mittels „B-Stellung“ arretiert geöffnet werden). Außerdem besitzt solch ein Raspberry ja nun ein integriertes W-LAN-Modul. So könnten die mit der analogen Kamera aufgenommenen Digitalbilder gleich geschwind via Wifi ans Handy geschickt werden (welches als Vorschaumonitor dienen könnte).

Übrigens: Es gibt eine Kamera, die zunächst eine analoge Kamera ist, jedoch direkt vom Hersteller ein optionales Digitalrückteil spendiert bekam (allerdings nicht im Vollformat). Gemeint ist die Leica R8 bzw. R9 und das Leica Digital Modul R.
Man sieht also: Es ist durchaus machbar, so etwas herzustellen bzw. zu integrieren.

Es bleibt nun abzuwarten, was nun aus dem Kickstarter-Projekt wird. Der Prototyp sieht ja nun etwas wackelig aus (Edit: Mittlerweile gibt es weit elaboriertere Versionen). Aber er funktioniert! Grundsätzlich sollen mit dem digitalen Rückteil für Analogkameras keine hoch aufgelösten, „hervorragende“ Bilder gemacht werden können. Vielmehr geht es dem Entwickler (Samuel Mello Medeiros) darum, sozusagen ein „analoges Fotogefühl“ mit den qualitativ hochwertigen gebrauchten mechanischen Kameras der 1960er, 70er, 80er Jahre zu erlangen und dabei dennoch sofort die (digitalen) Bilder zu erhalten. Angekündigt sind jedoch angeblich immerhin 16 Megapixel Auflösung. Das ist ja bereits eine Menge und es könnten damit theoretisch große Drucke von den Aufnahmen mit dem I’m Back Digitalrückteil angefertigt werden.
Weitere Infos können Sie auch in diesem Artikel auf Golem nachlesen.

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Absolut Analog ist ein modernes Fachbuch, welches den Leser an die Hand nimmt und ihn durch den kompletten "Workflow" der analogen Fotografie begleitet: Von der korrekten Aufnahme über die Negativentwicklung bis hin zum individuellen Scan und Ausdruck. Das Thema Positivlabor wird hier jedoch nur angerissen. Dafür wird der digitalen Weiterverarbeitung ("hybrid") mehr Raum gewidmet. Auf Amazon kann man auch in dieses Buch einen Blick werfen.

Die sicherlich günstigste und einfachste Art, Kleinbild-Dias und -Negative zu digitalisieren: mit dem eigenen Smartphone. Hierzu gibt es einen Aufsatz, der oben das Handy hält. Unten befindet sich ein Leuchtpult zum Durchleuchten. Man benötigt noch eine App, die kostenlos zum Download bereit steht. Natürlich erhält man hierdurch nicht die Qualität eines richtigen Filmscanners. Für kleinere Drucke oder das Teilen via sozialem Netzwerk reicht die Bildqualität sicherlich aus.

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Dieses Buch sieht aus wie aus den 1970er Jahren. Dies trügt: Es ist eine Neuveröffentlichung. Hier geht es nicht darum, wie man gelungene Fotografien anfertigt. Hier geht es um Technik: Es ist sozusagen eine Universalbedienungsanleitung für die vielen älteren manuellen analogen Kameras. Es ist ein "Handbuch" zur Bedienung der mechanischen Kamera.

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Mir persönlich wäre hier jedoch eine Lösung via „digitale Filmpatrone“ lieber. So gäbe es zwar keinen Bildschirm (und das Filmen von Videos wäre auch nicht auf Sicht möglich). Doch die analoge Kamera wäre weiterhin viel kompakter und die Rückwand müsste auch nicht extra abgebaut werden. Dies bleibt sicherlich ein Traum.

veröffentlicht: 25.08.16 | letzte Änderung: 24.01.24

Verschlagwortung dieses Artikels:
Clipart einer PersonHallo, hier schreibt Thomas über allerlei fotografische Themen. Für die neueste Technik habe ich jedoch wenig übrig – Mein Interesse gilt eher dem selber Machen, den kleinen Tipps und Tricks, auch der analogen Fotografie und dem Fotografieren mit Kunstlicht.

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10 Kommentare

Und wieder ein Digitalrückteil für analoge Kameras: I’m Back

  1. Wolf sagt:

    Die Träume von der digitalen 35mm Filmpatrone gehen wohl nicht in Erfüllung. ImBack ist eine kreative Designervariante alte Analogkameras weiter zu verwenden. Die Mattscheibe limitiert leider die Bildschärfe und auch die Justage ist nicht ganz ohne. Andererseits kann man klassische Kameras noch nutzen, bei denen man mit Film keine Chance mehr hätte.

    Eine günstige gebrauchte Digital-Spiegelreflex mit den passenden Zwischenringen ist eine weitere Möglichkeit die alten Gläser weiter zu verwenden.

  2. Volker sagt:

    Vielen ank für den Artikel!
    Ich habe auch davon geträumt, meine Analogkameras (z.B. meine Pentax XM) digital zu benutzen. Aber wenn es sowas geben sollte, wäre es ein Lückenproduckt und schon von daher im Vergleich zu Massenprodukten viel zu teuer. Und es wird kaum so gut funktionieren, von der Bedienung mal ganz abgesehen, denn die wird auch nicht komfortabel sein.
    Ein Beispiel: Ich habe einen Adapter, mit dem ich meine Pentax-110-Objektive an meiner MFT-Kamera benutzen kann. Jedoch: Nur das 50er Tele bringt brauchbare Bildqualität, vor allem das Weitwinkel (18mm) taugt dafür gar nicht, wahrscheinlich weil die Strahlen außerhalb der Mitte zu flach auf den Sensor treffen (also nicht telezentriert).
    Wer sich analoge Bedienung wünscht, könnte dann sinnvollerweise mal bei Fuji gucken, auch die Panasonic LX100 ist interessant.
    Tut mir leid, wenn ich manchen Traum damit zunichte mache. Aber realistisch scheint mir eine solche Kombination nicht zu sein.

    • Thomas sagt:

      Hallo Volker, danke für den Kommentar! Bezüglich eines „analogen“ Weitwinkels vor einem digitalen Sensor habe ich übrigens gleiche Erfahrungen gemacht (28 mm Weitwinkel für Kleinbild gedacht). Das 50er hingegen bildet, wie bei dir, sehr gut ab.

  3. Roland sagt:

    Hallo Thomas,

    zuerst ein großes Lob: Deine verschiedenen Blogs sind wirklich sehr interessant. Auch als bereits etwas erfahrener Hobby-Fotograf (seit über 30 Jahren dabei) gibt es immer wieder ein Aha-Erlebnis 🙂

    Nun zu den bad News:
    Das Projekt RE 35 war nur eine „Übung“ bezüglich Design….wie nun in einem Disclaimer angezeigt wird. Schade und auch irgendwie ärgerlich.
    http://www.re35.net/

    Vielleicht kannst du dies als Hinweis in obigen Text aufnehmen.

    Beste Grüße

    Roland

    • Thomas sagt:

      Hallo Roland, vielen Dank für den Hinweis! Tja man fühlt sich dann etwas an der Nase herum geführt. Ich werde den Text gleich erweitern.

  4. Mike sagt:

    Hallo,
    sehr interessant, das RE-35 scheint ja noch zu laufen, und ist auch deutlich realistischer als iam back, wofür immerhin knapp 350 Euro berappt werden müssten, ich hoffe das es was wird, mein Vater hängt noch sehr an den analogen Kameras

  5. Alexander Uhlig sagt:

    Darum mache ich mir auch Gedanken.
    Es gibt mit „alten“ Kameras Möglichkeiten,für welche man keine
    Computerprogramme braucht.
    Das Aufzeichnungsmedium ist zweitrangig
    wenn man notwendiges handwerkliches Geschick hat.

  6. Thomas Valko sagt:

    Es wäre für die Filmpatrone 110 wünschenswert als Einsatz in die Kamera!
    Danke für die Veröffentlichung!

  7. Karl Wiesinger sagt:

    Habe starkes Interesse für meine alten Canon Kameras.

  8. Hans-Dieter Maier sagt:

    Danke, dass sich jemand um das Thema kümmert und Interessierte so auf dem Laufenden hält. Bitte weitermachen!

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