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Sensorreinigung mit Malerkrepp: So säubere ich die DSLR selber

Staub auf dem Sensor der Digitalkamera ist äußerst ärgerlich. Er macht sich auf den Bildern als dunkle Flusen bemerkbar. Es gibt zur Reinigung bestimmte Kits zu kaufen und man kann die DSLR auch vom Fachmann säubern lassen. Meine alte Nikon reinige ich hingegen selbst – mit simplem Malerkrepp.

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Mamiya RB67mit 6x8-Kassette und 75 mm Shift-Objektiv

Der Vorteil von Kompaktkameras ist, dass deren Objektive oft fest verbaut- bzw. nicht wechselbar sind. Anders bei den hochwertigeren Digitalkameras: Hier kann man natürlich die Objektive wechseln. Dadurch gelangt jedoch auch Staub und Schmutz ins Innere der Kamera. Irgendwann setzen sich diese Partikel auch auf dem Bildsensor ab. Das ist sehr ärgerlich, denn natürlich sieht man diesen Schmutz dann auf den Bildern:

Schmutz auf dem Kamerasensor

Hier hatte ich eine Produktfotografie von einem Kurbelradio angefertigt. Schauen Sie sich einmal den Bereich am Lautsprecher an (grüne Fläche mit Löchern darin). Deutlich ist hier ein dunkler Streifen zu sehen. Das ist Staub auf dem Sensor meiner Nikon DSLR!

Schmutz auf dem Kamerasensor

Die selbe Kamera, das gleiche Schmutzproblem: Betrachten Sie die Mitte des hier abgebildeten waagerechten Kabelkanals dieses Minicomputers. Man sieht den Abdruck des Drecks hier an genau der selben Stelle wie auf dem obigen Foto. Ja, weil er sich ja auf dem Sensor auch immer an der selben Position befindet. Einfach ärgerlich!

Wann sieht man den Staub am häufigsten?

Es gibt zwei Optionen, bei denen Staub und Schmutz auf dem internen Sensor der Kamera am besten sichtbar werden:

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Problem beim Wegpusten

Nun könnte man einfach Druckluft nehmen und den Staub so vom Sensor pusten. Dies wird alleine deswegen schon schwierig werden, da der Schmutz häufig klebt und sich durch einfaches Wegblasen kaum entfernen lässt. Obgleich dies natürlich die schonendste Methode ist.

Ein weitere Problem dabei bei Druckluft: Man entfernt den Staub hiermit ja gar nicht! Stattdessen wird er nur an die inneren Seitenwände geblasen und kann später wieder auf den Chip gelangen.

Ich mache es selber mit Malerkrepp

Zunächst: Die Benutzung geht auf eigene Gefahr! Meine Nikon DSLR ist schon ziemlich alt. Hier habe ich keine große Bange, dass ich beim Selber-Säubern des Sensors etwas zerstören könnte. Der Verlust wäre verschmerzbar.

Wie gehe ich herbei vor?

den Sensor der DSLR selbst säubern

Zunächst stelle ich sicher, dass der Akku der Kamera voll ist! Warum? Weil ich als nächstes im Kameramenü meiner Nikon den Punkt → Inspektion und dann → Spiegel auslösen aktiviere. Dies bewirkt, dass sich a) der Verschluss öffnet und b) der Spiegel hoch klappt. Beides verbleibt dann in dieser Position – Solange eben die Batterie nicht leer wird. Es wäre fatal, wenn ich da im Inneren des Fotoapparates operiere und plötzlich der Verschluss wieder zurück schnellen würde, weil der Akku versagt!

Als nächstes nehme ich ein Stück schmales Malerkrepp. Dieses Klebeband ist ungefähr genau so breit wie der DX-Sensor meiner Nikon-Kamera. Das Kreppklebeband wird zu einem Ring geformt mit der Klebeseite nach außen hin (siehe Foto).
Nun lege ich es ins Innere der Kamera und zwar genau auf den Sensor. Mit einem Stift drücke ich es vorsichtig an. Dieser Stift sollte vorne möglichst flach sein. Ich nutze hierzu einfach einen dieser Reinigungsstifte mit flacher, weich beschichteter Vorderseite (eigentlich zum Reinigen von Objektiven gedacht). Nachdem das Klebeband angedrückt wurde, ziehe ich es sanft ab. Was passiert? Natürlich bleibt der Schmutz daran haften! Diesen Vorgang wiederhole ich mehrmals. Ich ziehe das Klebeband so ab, dass es sich sozusagen wieder vom Sensor abrollt. Man sollte es nicht so abziehen, wie man heißes Wachs ruckartig zum Entfernen von Haaren an den Beinen abzieht.

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Malerkrepp hat die Eigenschaft, dass es rückstandsfrei entfernt werden kann. Es wurde ja dafür entwickelt, dass man es von Tapeten wieder ablösen kann – ohne diese zu beschädigen.
Vorsichtshalber kann man dennoch im Anschluss mit einem nicht fusselndem Tuch bzw. mit einer speziellen Reinigungslösung nachwischen. Ich verzichte immer darauf. Das Klebeband hinterlässt bei meiner Kamera keine Reste auf dem Sensor.

Ich weiß: Nun werden sich sicherlich einige Fotofreunde melden, die sagen: Der Sensor einer Digitalkamera ist doch keine Tapete und bedarf einer weitaus schonenderen Handhabung! Ich kann dazu nur sagen, dass es bei mir keine sichtbaren Nachteile mit diesem Hausmittel gibt. Vor dem Kamerasensor befindet sich ja offensichtlich eine widerstandsfähige Scheibe, auf der man arbeitet. Es funktioniert tatsächlich und es wird nichts kaputt gemacht. Wer penibel ist, kann dann im Anschluss noch den Schonwaschgang mittels Spatel und spezieller Reinigungsflüssigkeit vornehmen. Hauptsache, der grobe, sichtbare Schmutz ist erst einmal entfernt (den man ja ansonsten eher nur „breit wischt“).

Die Sache ist wirklich einfach, sauber und schnell mit Hausmitteln gemacht. Bei einer sehr teuren Kamera würde ich hier eher einen Fachmann heran lassen bzw. die DSLR zur Inspektion in eine Werkstatt geben. Meine Nikon ist jedoch bereits so alt, dass ich den Sensor auf diese Weise einfach selbst reinige. Das habe ich so schon mehrmals getan und sie funktioniert immer noch hervorragend (mit fusselfreien Bildern freilich).

Artikeldatum: 17.09.2018 / letzte Änderung: 24. September 2018

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