Konventionelles, Unkonventionelles, Tipps und Tricks zur Fotografie

Tiefenschärfe oder Schärfentiefe – Irrungen und Wirrungen

Viele Fotografen benutzen Sie als unbedingtes gestalterisches Element. Anderer hingegen wollen sie unter allen Umständen vermeiden: die Unschärfe des Hintergrundes – eine geringe Schärfentiefe also. Aber welche Faktoren sind für eine (hohe/geringe) Schärfentiefe überhaupt relevant?

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*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
Modergeruch: Schimmelgeruch entfernen mit diesem Trick

Zuallererst sollten wir uns aber über den richtigen Begriff einig werden:

Die Tiefenschärfe oder Schärfentiefe.
Eine geringe Schärfentiefe – der Hintergrund ist unscharf, der Vordergrund scharf.

Wie heißt es nun richtig – Tiefenschärfe oder Schärfentiefe?

Um es kurz zu sagen: es gibt keine Schärfe der Tiefe, wohl aber eine Tiefe der Schärfe. Demzufolge reden wir hier besser über die Schärfentiefe, die (räumliche) Tiefe also in der eine gewisse Schärfe auf unserem Foto vorherrschen soll. Wenn ich so ins Philosophieren gerate, kommt mir allerdings manchmal der Begriff „Tiefenschärfe“ doch wieder richtig vor, aber ich glaube, rein amtlich ist er falsch. (Obwohl z. B. auch im Programm Photoshop von Tiefenschärfe die Rede ist und auch der bekannte Fotograf Ansel Adams diesen Begriff in seinen Fotografie-Büchern verwendet [zumindest in der deutschen Übersetzung“].)
An dieser Stelle sei auch gleich erwähnt: Es gibt theoretisch immer nur einen einzigen Schärfepunkt in der Tiefe – egal wie weit abgeblendet wird. Was wir also oftmals als scharf bezeichnen, ist es in Wirklichkeit nicht mehr – unser Auge aber nimmt es dennoch als scharf wahr.

die Lytra KameraLesen Sie auch meinen Artikel über die „Lytro-Kamera“ (eine „Lichtfeldkamera“), die sämtliche Fokus-Regeln auf den Kopf stellt.

Im 19. Jahrhundert galt die Fotografie (abgesehen von den Bewegunsstudien von z. B. Muybridge oder Marvey) als rein ästhetisches Medium, welches immer im Vergleich zur Malerei gesehen wurde – Hier wurde viel kritisiert und abgewinkt. Wie auch immer: eines war mit der Fotografie leicht möglich, was mit der Malerei nur schwer bis gar nicht darstellbar sein dürfte: die Visualisierung einer gewissen Unschärfe.

Als erstmals vernünftige Fotografien realisierbar waren, steckte ja vielerorts noch ein gewisser Geist der (Spät-) Romantik im Begriff der Bildenden Kunst. Gerade diese „nostalgischen“ Fotografien, dieser „Pictorialismus“ kommt selten ohne geringe Schärfentiefe aus. Es gibt kaum hochwertige Fotografien aus dieser Zeit, in der wirklich alles von vorne bis hinten scharf abgebildet ist. Bei diesen Bildern handelt es sich aber nicht um Aufnahmen mit einem „Teleobjektiv“ – es sind völlig normale Perspektiven (also dem menschlichen Auge entsprechende von ca. 50 Grad Breite) bei denen ein hohes Maß an Unschärfe im Hintergrund vorherrscht. Dass dies aus rein ästhetischen Gründen gewünscht wurde, sollte klar sein. Aber wie ist eine geringe Unschärfe generell technisch möglich?

Der größte Irrtum:

hohe Brennweite (Teleobjektiv) = automatisch wenig Schärfentiefe
geringe Brennweite (Weitwinkel) = hohe Schärfentiefe

falsch gedacht!

Die Schärfentiefe wird nur durch zwei Faktoren beeinflusst: die Blende (das wussten wir schon) und durch den Abbildungsmaßstab! Die Brennweite ergibt sich automatisch durch den Abbildungsmaßstab.

Beispiel: Wir möchten einen Stuhl formatfüllend im Hochformat fotografieren. Ich wähle ein Teleobjektiv und muss entsprechend weit weggehen, damit der Stuhl komplett abgebildet wird, ich fokussiere genau auf die Lehne – der Hintergrund besitzt nun eine gewisse Unschärfe. Ich mache das Foto.

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Nun nehme ich ein Weitwinkel. Ich muss viel, viel dichter an das Motiv heran, schaffe es aber noch, dass der Stuhl nun (genau so wie beim Tele) von oben bis unten genau ins Bild passt und scharf abgebildet wird. Der Abbildungsmaßstab ist also der selbe. Ich setze hier den selben Fokuspunkt auf die Lehne wie vorher und auch die gleiche Blende wähle ich. Wieder mache ich ein Foto. Was sehe ich? Der ganze Stuhl ist wie beim vorangegangenen Bild formatfüllend auf dem Foto und die Unschärfe des Hintergrundes ist gleich!

Bei gleicher Blende und gleichem Abbildungsmaßstab ist die Schärfentiefe identisch –
egal bei welcher Brennweite!

Bei gleichem Abbildungsmaßstab (im Beispiel: Stuhl von oben bis unten gerade so im Bild) und bei gleicher Blende verhält sich die Schärfentiefe identisch – egal bei welcher Brennweite! Es ist also falsch, zu behaupten, dass die Brennweite für die Schärfentiefe verantwortlich ist. Probieren Sie es aus!

Richtig ist: je höher der Abbildungsmaßstab desto geringer die Schärfentiefe.

Und auch eine geringe Blende (große Öffung) bewirkt viel Unschärfe / eine hohe Blende (kleine Öffnung) wenig Unschärfe. Aber dies wissen wir ja längst.
Natürlich sehen die beiden, eben gemachten, Fotos sehr unterschiedlich aus: die Perspektive war ja stets eine andere – die Teleaufnahme wirkt „flach“, die Weitwinkelaufnahme verzerrt. Das Motiv formatfüllend (gleicher Abbildungsmaßstab) mit einer „Normalbrennweite“ aufgenommen, wäre sicher die beste Wahl gewesen; die Schärfentiefe (bei gleicher Blende) wäre auch hier – wir wissen es nun – identisch.

Wenn man ein Teleobjektiv nimmt, erhöht sich ja der Abbildungsmaßstab. Aber genau so unscharf würde der Hintergrund werden, würde man mit einem Normalobjektiv einfach näher herangehen. Es wäre mit einem Normalobjektiv meist sogar möglich, eine noch höhere Unschärfe des Hintergrundes zu erreichen, als mit dem Tele, denn normalerweise lässt sich die Blende des Normalobjektivs weiter öffnen als die des Teleobjektivs!

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Aufnahmeformat und Schärfentiefe

Beiepiel GroßformatEin Foto mit meiner umgebauten 4×5-Inch-Großformatkamera bei offener Blende.

Auch das Format des Films bzw. des Sensors hat erst einmal nur indirekt etwas mit der Schärfentiefe zu tun.
Setze ich ein Objektiv mit einer Brennweite von z.B. 80mm an eine Mittelformatkamera, so wird sich bei sonst gleichen Faktoren (!) nichts an der Schärfentiefe ändern, würde ich dieses Mittelformatobjektiv per Adapter z.B. an eine Digitalkamera anschließen! Der Abbildungsmaßstab ändert sich nicht und auch nicht die Schärfentiefe. Was sich hier ändert, ist der (durch das kleinere Aufnahmemedium bedingte) erfassbare Bildausschnitt.
Ist dieser Bildausschnitt einer Szene aber bei einer Großformatkamera mit großem Planfilm identisch mit dem einer Kleinbildkamera (mittels Anpassung durch Brennweite oder Abstand zum Motiv) , so ist die Schärfentiefe bei gleicher Blende bei der Kamera mit größerem Aufnahmeformat geringer.

Richtig ist: je größer das Aufnahmemedium (Film, Chip …) desto geringer die Schärfentiefe.

Daher schaffen es also die Piktorialisten des 19. Jahrhundert mit ihren großen Holzkisten solch wunderbare Fotos mit äußerst geringer Hintergrundschärfe anzufertigen, obwohl sie recht weit vom Motiv entfernt sind. Mit kleinen Formaten kann eine solch geringe Schärfentiefe nicht erlangt werden wie beim Großformat (es sei denn, man „stitcht“ digital, aber dies ist eine andere Geschichte).
Das Großformat ist also das Medium, wenn es um geringe Schärfentiefe gehen soll.

Aber: Die Optiken der Mittelformatkamera beginnen alle bei einem Minimum von Blende 2,8. Hier ist es möglich, mit einer Kleinbildkamera bei gleichem Standpunkt und gleichem Bild eine geringere Unschärfe zu erzeugen, als es mit der Mittelformatkamera möglich ist! Man nehme einfach eine Normalbrennweite mit der Lichtstärke von 1:1.2 (eventuell auch 1:1.4) und fotografiert hier bei voller Öffnung. Zwar ist natürlich der Abbildungsmaßstab geringer. Die enorm hohe Öffnung (die für das Mittelformat nicht erhältlich ist) wirkt dem aber entgegen und wir erreichen somit eine geringere Schärfentiefe als beim Mittelformat bei sonst gleicher Perspektive bzw. Bild und bei geringerem Abbildungsmaßstab.
Meiner Erfahrung nach ist alles unter Kleinbildformat (24x36mm oder „Vollformat“ digital) nicht für geringe Schärfentiefe bei „Normalperspektive“ geeignet (hierfür müssten unbezahlbare lichtstärkste Objektive verwendet werden). Beim Mittelformat 6×6 verhält es sich ebenso! Es gibt fürs Kleinbild erschwingliche 50mm Objektive mit der geringen Lichtstärke 1:1.2 – damit lässt sich eine weitaus geringere Schärfentiefe erreichen, als es beim 80mm 1:2.8 Obkjektiv der 6×6-Mittelformatkameras möglich ist!
Ab dem 4×5 Inch Großformat mit den 165mm 1:4.5 Objektiven lässt sich wieder eine geringere Schärfentiefe bei normaler Perspektive erreichen als mit den 50mm 1:1.2 Kleinbildobjektiven. Und für das Format 4×5 Inch (also das „Standard-Großformat“) gibt es ein Objektiv namens „Kodak Aero Ektar“ mit einer Anfangsöffnung von 1:2.5. Damit lässt sich eine außergewöhnlich geringe Schärfentiefe abbilden, wie sie sonst nur digital per Manipulation möglich ist. Schauen Sie sich hierzu entsprechende Bildbeispiele an.

Und wie erreicht man nun eine möglichst hohe Schärfentiefe?

Wer ein gutes Obejektiv besitzt, welches auch ohne Unschärfe-Spielereien sauber zwischen Vorder- und Hintergrund zu trennen vermag (so etwas gibt es bzw. auch nicht), der möchte vielleicht unbedingt auf jegliche Hintergrundunschärfe (und vor allem Vordergrundunschärfe) verzichten. Hierfür gilt analog zum Vorangegangenem: neben einer geschlossenen Blende muss ein möglichst geringer Abbildungsmaßstab her: man muss also möglichst vom Motiv weggehen, oder ein kleines Aufnahmeformat bzw. eine geringe Brennweite benutzen verwenden.

Zonenfokus einstellenÄltere Objektive besitzen noch Skalen, anhand derer man sich Fokus-Zonen zurecht legen kann, innerhalb deren später alles scharf abgebildet wird. Daher arbeite ich sehr gerne z. B. mit den Nikon-Ai-Objektiven an der Digitalkamera.

Des Weiteren soll natürlich auch nicht verschwiegen werden, dass sich die Schärfentiefe auch verschieben lässt. So lässt sich ein 80mm Objektiv für das Mittelformat 6×6 so einstellen, dass bei Fokussierung auf ca. 3 Meter bei Blende 8 alles bereits ab 2,5 Meter bis 4 Meter scharf abgebildet wird. Wenn zum Beispiel der Unendlich-Bereich scharf wiedergegeben werden soll, so stellt man die Unendlich Marke auf der rechten Seite der Objektiv-Skala gegenüber der Marke für die Blende, die verwendet werden soll. Auf der linken Seite der Skala lässt sich an der anderen Marke der benutzten Blende ablesen, ab wie vielen Metern die Schärfentiefe ansetzt. Wer mehr wissen möchte – das Stichwort lautet „Hyperfokale Entfernung„.

Schärfentiefe gibt es nicht

Jetzt redet der die ganze Zeit von Unschärfe und Schärfentiefe und nun das: rein theoretisch gibt es keine Schärfentiefe. Ich hatte es anfangs ja schon erwähnt: nur das Licht, welches auf den Film oder Sensor als PUNKT auftritt, kann scharf abgebildet werden. Man unterscheidet hier zwischen Punkte und Kreise (auch „Zerstreuungskreise“ genannt). Punkte existieren nur an einer einzigen Stelle in der Tiefe (genau auf die fokussiert wird). Alles andere, davor und dahinter, trifft in der Filmebene als Kreise auf. Ist aber das Format groß genug und diese Kreise klein, nimmt sie das menschliche Auge noch als scharf wahr!
Jetzt beißt sich aber die Katze in den Schwanz, wenn wir bewusst eine geringe Schärfentiefe möchten: Wir haben uns zwar dafür eine Großformatkamera mit entsprechender Optik besorgt, um mit hohem Abbildungsmaßstab fotografieren zu können. Dadurch aber, dass Zerstreungskreise bei einem solchen großen Format noch viel eher als scharf wahrgenommen werden als bei einem kleineren, steigert sich die Schärfentiefe wieder – Man darf beruhigt sein: es ist nur eine geringe Zunahme.

Abhängigkeiten der Schärfentiefe

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Folgendes lässt sich pauschal behaupten:

Diese Angaben funktionieren in der Theorie natürlich nur, wenn man lediglich allein den betreffenden Faktor ändert bzw. alles andere beibehält. Beim ersten Punkt kommt der Faktor Blende ins Spiel. Bei den beiden anderen Punkten verändert sich stets der Abbildungsmaßstab (er wird kleiner).
Bei meinem Beispiel mit dem Stuhl hatte ich Punkt drei angewendet (Brennweite verringert) und Punkt 2 aber gleichzeitig umgekehrt angewendet (Abstand verringert). Das Ergebnis war eben ein gleichbleibender Abbildungsmaßstab bzw. gleichbleibende Schärfentiefe.


Beim lesen dieses Artikels muss ich sagen, dass hier schon recht viele Fachausdrücke fallen und dass z.B. neben einer Verdoppelung gleich wieder von einer Halbierung geredet wird. Da kann man schon durcheinander kommen! Bei Unklarheiten bitte einfach die Kommentarfunktion nutzen.

Artikeldatum: 26.11.2011 / letzte Änderung: 2. November 2019

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Momentchen – Es gibt hier noch mehr interessante Artikel:

Tom | am 25. November 2019

Hallo Frau Müller, vielen Dank für den Kommentar. Ich mache es kurz: Der Artikel ist schon recht alt und seit einiger Zeit beschäftige ich mich nicht mehr mit solcher Fotografie-Theorie. Ich bin dieser müd geworden. Du weißt ja am besten, was ich damit meine. Dass es fürs 6×6-Format auch 2.0 lichtstarke Objektive gibt, wusste ich gar nicht. Da ergeben deine Hinweise Sinn. Noch zum Kleinbild mit Öffnung 1,2: Das hatte ich auch einmal ausprobiert. Die Bilder waren sehr „weich“, keine richtige Schärfe vorhanden. Sicherlich wird es hier bei einem 2.0er Objektiv vor einem Mittelformat-Negativ anders aussehen.

Frau Müller | am 25. November 2019

Zitat Thomas: «Die Optiken der Mittelformatkamera beginnen alle bei einem Minimum von Blende 2,8. Hier ist es möglich, mit einer Kleinbildkamera bei gleichem Standpunkt und gleichem Bild eine geringere Unschärfe zu erzeugen, als es mit der Mittelformatkamera möglich ist!»  

Hallo Thoams,

ich bin alles andere als eine Expertin für Fotogerät, aber mein Mann besitzt ein Mittelformatobjektiv 2,0/110 mm für seine 6×6. Auch habe ich schon mit einem lichtstarken Normalobjektiv für die Pentax 6×7 fotografiert das eine äquivalente Blende (Kleinbild) von 1,2 hat. Vergleicht man die mit diesen Objektiven aufgenommenen Bilder mit den von Dir genannten Kleinbildobjektiven dann wird man m.E. einen Unterschied sehen. Die Mittelformatobjektive erzeugen «weichere» und angehmere Schärfe-Unschärfeübergänge. Weiter meine ich daß die Bilder trotz Offenblende schärfer wirken. Ob die lichtstarken Mittelformatobjektve tatsächlich besser sind oder die Fotos nur deshalb schärfer wirken, weil sie weniger stark vergrößert werden, weiß ich nicht. Aber ich hatte immer diesen Eindruck. Beim Objektiv für die Hasselblad hat man zudem noch den Vorteil daß es ein wenig länger als eine Normalbrennweite ist (ideal für Portraits) und man in der realen Fotografie die dunklen Ecken einfach abschneiden kann. Kein Mensch druckt ja normalerweise quadratische Bilder.

P.S. ob noch andere Hersteller ähnlich lichtstarke Objektive für Mittelformatkameras anboten weiß ich leider nicht – aber ich denke doch.

Tom | am 29. Juni 2019

Hallo Christian,

Ich hatte mir auch schon einmal darüber Gedanken gemacht, dass man bei einer „cleveren“ Kamera ja eigentlich auf dem Display Nah- und Fernpunkt antippen könnte, worauf sie dann die passende Blende + die genaue Fokussierung einstellt, wo alles zwischen diesen beiden Punkten scharf erscheint. Dass es so etwas gibt, ist mir aber nicht bekannt. Die Kamera müsste hierzu auch irgendwie die beiden Entfernungen messen können, was vermutlich so einfach nicht geht.

Ich vermute, die Skalen wurden anfangs abgeschafft, weil bei Crop-Kameras die Unschärfe geringer ausfällt bzw. die Skalen zu „eng“ geworden wären. Und vermutlich fotografieren die meisten eh nach Sicht aufs Display und schauen, ob noch alles scharf ist. Das mache ich digital auch häufig: Einfach auf das erste Motiv-Drittel fokussieren, genügend abblenden und schauen, ob alle drei Drittel scharf sind.

Ich hatte aber auch schon ein „digitales“ Objektiv selbst mit einer Skala ausgestattet:
Schärfenskala auf Objektiv
Zunächst hatte ich manuell auf bestimmte Entfernungen fokussiert und diese am Fokusring markiert.
Als nächstes nahm ich dann einen der Online-Rechner und erstellte mir die passende Blenden-Skala (siehe Bild). Das Objektiv war aber eine Festbrennweite (35 mm). Bei Zooms wird es komplizierter.

Deine Begeisterung kann ich teilen: Ich nutze sehr gerne alte Nikkor-AI-Objektive für Landschafts und Interieuraufnahmen. Hier stelle ich stets die Blende / Entfernung anhand der Skala ein. Damit komme ich viel besser zurecht als mit einem Autofokus.

Viele Grüße zurück!

Christian | am 29. Juni 2019

Hi Tom,

herzlichen Dank für den profunden Beitrag, der für mich genau die richtige Mischung aus fotografischer Tiefe und methodischer Schärfe hatte. 😉 Mich hat die alte Liebe zur Fotografie wieder gepackt und freue mich, wieder richtig einzusteigen. Derzeit favorisiere ich eine Mischung aus AI-Weitwinkel-Festbrennweiten (hab u.a. noch ein altes 20mm/f4) und AF-Objektiven im Normal-/Telebereich.

Ich hatte immer mal gerne Schwierigkeiten mit dem Autofokus. Inzwischen ist das besser geworden, aber die Schärfentiefe direkt am Objektiv einstellen zu können ist einfach hervorragend, I love it. Weißt Du warum die Blendenskala überhaupt abgeschafft wurde? Gibt es eine andere Möglichkeit die Schärfentiefe an der Kamera zu berechnen (Außer über Apps und Onlinetools)? Man könnte ja z.B. Nah- und Fernpunkt einstellen und die Kamera wählt die passende Blende dazu. Oder kennst Du vielleicht eine Möglichkeit, die Blendenskala nachträglich anzubringen?

Alles Gute und viele Grüße,

Christian

Timo | am 29. Dezember 2018

„Tiefe der Schärfe. Demzufolge reden wir hier besser über die Schärfentiefe“ Im Garten der Kinder auf dem Kuscheltierfriedhof.

Wolf | am 6. Juli 2018

Kleine Besserwisserei: bei zusammengestzten Wörtern spricht man im Deutschen bei dem rechten Wort vom Grundwort und beim linken Wort vom Bestimmungswort. Das Grundwort gibt die Grundbedeutung wieder. Das Bestimmungswort erläutert das Grundwort. Es geht um Schärfe oder? Dann sollte es meiner Meinung nach Tiefenschärfe heißen. In meinen Jugendjahren in den 80ern hatte ich nie etwas von Schärfentiefe gehört, es hieß eigentlich immer Tiefenschärfe.

Maik | am 11. Mai 2018

Es gibt beide Begriffe, je nachdem, was man meint:
Schärfentiefe ist die tatsächlich messbare Tiefe, wie weit in den Raum hinein ein Bild scharf erscheint. Tiefenschärfe meint das physikalische (oder optische) Konzept, wonach Schärfe kein Punkt im Raum ist, sondern einen Abstand zwischen zwei Punkten darstellt – jedenfalls für die Wahrnehmung des Auges.

Jürgen M. | am 8. April 2018

Zitat:

„Es gibt fürs Kleinbild erschwingliche 50mm Objektive mit der geringen Lichtstärke 1:1.2 – damit lässt sich eine weitaus geringere Schärfentiefe erreichen, als es beim 80mm 1:2.8 Obkjektiv der 6×6-Mittelformatkameras möglich ist!“

Müsste es hier nicht „… mit der GROSSEN Lichtstärke 1;1.2 …“ heissen?

Pierre Xuso | am 6. März 2018

Oh, in dem Artikel wird vieles zusammengewürfelt, was nicht zusammengewürfelt werden sollte (Schärfentiefe und Tiefenschärfe sind zwei unterschiedliche Dinge!). Außerdem ist die Aussage nicht richtig, dass die Brennweite eine Objektivs keinen Einfluss auf die Tiefenschärfe hat. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Nunja, einige Kommentare unter diesem Artikel wiesen bereits auf eklatante Fehler in dem Artikel hin…

Gerhard Cervenka | am 3. Januar 2018

Der Artikel ist m.M. sehr gut und gut begreifbar wenn man den Begriff „Abbildungsmaßstab“ verstanden hat.
Der Kommentar von W. H. Greiner ist mir völlig unverständlich und wird Gott sei Dank von Martin Messmer wieder geradegerückt. Beide Kommentare, der sicher sehr guten Fotografen, konnen einfach m. M. nicht gleichzeitig stimmen. Das möchte ich nur anmerken.
LG Gerhard

Tom | am 21. Dezember 2017

Hallo Martin, vielen Dank für die technischen Details und für den wirklich schönen Vergleich mit den Gartenblumen!

Martin Messmer | am 20. Dezember 2017

:-)) Was ist der Unterschied zwischen «Blumengarten» und «Gartenblumen»? Warum ist es hier so klar und beim Begriff Schärfentiefe nicht? Es hilft, wenn man unter dem Stichwort «Komposita» im Internet nachschlägt 🙂

Und – natürlich hat die Schärfentiefe etwas mit dem Sensor zu tun – hier geht es um die Bild-Äquivalenz. Wenn wir zwei vergleichbare Bilder machen möchten, müssen die Kameraeinstellung-Komponenten wie folgt gewählt werden:

Kleinbild zu Crop-Sensor:
f => f/Crop
k => k/Crop
ISO => ISO/Crop^2
t => t

So wird Bildwinkel, Schärfentiefe, Beugungsunschärfe, Bewegungs- und Verwackelungsunschärfen sowie Rauschen, Abbildungsmaßstab und Bildhelligkeit vergleichbar …

Beispiel:
KB –> APS-C:
f = 90mm | f = 60mm
k = 12 | k = 8
ISO = 1800 | ISO = 800
t = 1/125s | t = 1/125s

Verwendeten wir an beiden Kameras hier Blende 8, so würde die KB-Kamera eine kleinere Schärfentiefe generieren als die APS-C-Kamera (Fokus = z.B. = 2m):

KB: hyperfokale Distanz = 33’800mm
Dn = 1888mm; Df = 2126mm; D∆ = 238mm

APS-C: hyperfokale Distanz = 22’560mm
Dn = 1837mm; Df = 2195mm; D∆ = 357mm

Der Faktor D∆(APS-C) ÷ D∆(KB) = 1.5 … was exakt dem Cropfaktor entspricht … :-))

Die Schärfentiefe ändert also ca. um den Cropfaktor, verwenden wir gleiche Blendenzahlen und nicht äquivalente!

Herzlich grüßt – Martin Messmer

Martin Messmer | am 15. Juni 2017

«Scharf» ist ohnehin nichts! Die Formel für ZD ist wie folgt:

ZD = f^2/k * |1/g – 1/D|

Also Zerstreuungskreisdurchmesser = Brennweite im Quadrat durch Blendenzahl mal absoluten Betrag der Differenz von Gegenstandsweite und Distanz zur untersuchten, defokussierten Ebene zur vorderen Hauptebene des Optiksystems hin. Dies ist sehr wohl auf D auflösbar. Bleibt ZD kleiner als Zo (max. zulässiger Zerstreuungskreisdurchmesser ca. = Sensordiagonale/1500), so darf man die Bildstelle als «scharf» anerkennen – sofern wir das Bild nicht zuschneiden und es in einer guten Distanz anschauen (ca. im Abstand der Bilddiagonalen) …

«Schärfentiefe» ist die Tiefe (von … bis …), innerhalb der Punkte nicht breiter als Zo auf dem Sensor abgebildet werden. Mathematisch und sprachlich macht das ganz viel Sinn :-)) …

Herzlich

Martin

Martin Messmer | am 15. Juni 2017

Schärfentiefe ist eine TIEFE, eine Strecke etwa auch,in der es mehr oder weniger scharf ist. Mathematische Sorte ist [mm]. Tiefenschärfe ist eine gewisse SCHÄRFE, die irgendwo in der Tiefe ist. Sorte = ?? (wie misst man Schärfe?) … Es kommt ja auch darauf an, ob wir Regenschutz oder Schutzregen sagen :-)) Schärfentiefe ist korrekt, sobald wir nach einer Tiefe bzw. nach einem Bereich fragen, wo wir Schärfe (dem Schärfeneindruck nach) vorfinden … mathematisch und sprachlich … und dies wird allermeist gemeint, wenn mit diesem Begriff etwas formuliert wird …

Martin K. | am 23. Mai 2017

Schärfentiefe gibt es nicht, der Begriff ist mathematisch unsinnig. Wie scharf ein Bildpunkt dargestellt wird, hängt von seiner Entfernung zum Fokuspunkt ab, spricht seinem Z-Wert bzw. seiner Tiefe.

Mathematisch ist das eine Funktion, mit der Tiefe als Input und exakt einem Ergebnis, dem entsprechenden Schärfegrad als Output. Umgekehrt kann ich keine Schärfe eingeben und die Tiefe ermitteln, weil die Schärfe für alle Punkte, die in einem gewissen Abstand zum Fokuspunkt stehen, gleich ist und das egal ob vor oder hinter dem Fokus (vorzeichenlos).

Wie scharf ein gewisser Punkt in abhängig seiner „Tiefe“ (Entfernung zum Fokuspunkt) ist, kann ich berechnen (Tiefenschärfe), seine Tiefe in Abhängigkeit seiner Schärfe hingegen nicht (Schärfentiefe). Außerdem kann ich die Tiefe eines Punktes nicht verändern, wenn ich an den Schärfeeinstellungen spiele (Brennweite etc.), ich kann aber die Schärfe verändern, wenn ich das Objekt, näher oder weiter an den FP setze. Was hängt vom wem ab?

panther | am 7. Dezember 2016

Sorry, aber bei Wikipedia steht es dann auch falsch

panther | am 7. Dezember 2016

Tiefenschärfe ist ein Synonym für Schärfentyfe

Tom | am 13. August 2016

Hallo, vielen Dank für diesen sehr ausführlichen und sachlichen Kommentar auf dieser Seite!

W. H. Greiner | am 13. August 2016

Tiefenschärfe und Schärfentiefe: es gibt BEIDES, und es ist nicht dasselbe! Früher (jaja, als alles noch besser war… 🙂 ) hat man da in der Fotografie klar unterschieden zwischen zwei Begriffen, die heute meist unterschiedslos – mit entsprechenden Missverständnissen als Folge – durcheinandergewürfelt werden.

Unter Tiefenschärfe verstand man früher korrekt den Fokusbereich, innerhalb dessen die Defokussierung durch anderweitige Begrenzungen der Bildschärfe (Filmkorn, Beugung, optische Fehler des Objektivs) überdeckt wird; in diesem (vergleichsweise sehr kleinen) Fokusbereich wirkt das Bild also trotz leichter Defokussierung noch unterschiedslos „scharf“.

Unter Schärfentiefe verstand man dagegen früher explizit das, was heute üblicherweise unter beiden Begriffen verwurschtelt wird: nämlich den (reziproken) Freistellungseffekt eines scharf gestellten Motivs gegen einen STARK! defokussierten Hintergrund. Das ist also ein Bildeffekt, der bei der Betrachtung des ganzen Bildes schon auf den ersten Blick ins Auge springt – während man bezüglich der klassischen, wie oben definierten „Tiefenschärfe“ je nach Format mindestens eine gute Lupe oder gar ein Mikroskop braucht, um den Effekt überhaupt zu erkennen.

Mit diesem mittlerweile eingerissenen Begriffs-Kuddelmuddel entstand ein hartnäckiger Mythos, den heute selbst viele Fotoprofis gedankenlos nachplappern, obwohl sie es doch aus ihrer praktischen Erfahrung besser wissen müssten: der Mythos nämlich, dass „Tiefenschärfe“ – im Sinne des reziproken Freistellungseffekts – vom Sensorformat abhängig sei und man mit größeren Sensoren besser freistellen könne.

Sorry, wenn ich das jetzt mal so hart sage: das ist schlicht Unsinn. Der Freistellungseffekt – entsprechend der alten Definition von „Schärfentiefe“ – hat mit dem Aufnahmeformat exakt NICHTS zu tun. Ein im Endprodukt Postkarten-großes, formatfüllendes Portrait vor Landschaft, das bei gleichem Bildwinkel mit gleicher Blende 2,8 aufgenommen wird, hat immer denselben Freistellungseffekt – völlig egal, ob es mit dem millimeterwinzigen Sensor einer Smartphone-Kamera oder mit einer Plattenkamera im Format 9×12 cm aufgemommen wurde. Wer’s nicht glaubt: bitte einfach mal selber ausprobieren! Wäre es anders, dann wären Smartphone-Kameras die Traumkameras für Makro-Fotografen, wegen ihrer angeblich so viel größeren „Tiefenschärfe“. Tatsache ist doch, dass auch bei Makrofotos nach wie vor die besten Aufnahmen aus Voll- oder Mittelformatkameras stammen: die haben einfach mehr Auflösung, bei GLEICHER Schärfentiefe (NICHT Tiefenschärfe!).

Das Körnchen Wahrheit, das in dem Mythos vom besseren Freistellungspotenzial größerer Kameras steckt, verbirgt sich in der eingangs erwähnten, alten Definition der „Tiefenschärfe“. Hier spielt tatsächlich das Aufnahmeformat eine entscheidende Rolle: die höhere Auflösung des größeren Formats bringt entsprechend kleinere Defokussierungen bereits in den unterscheidbaren Bereich – und verringert entsprechend die (klassisch verstandene) Tiefenschärfe. Aber, wie schon gesagt: das ist ein technischer Abbildungseffekt, den man bei den heute üblichen Auflösungen nur mit Lupe oder Mikroskop in einzelnen Bilddetails feststellen kann. „Tiefenschärfe“ als reziproker, die gesamte Bildwirkung auf den ersten Blick prägender Freistellungseffekt ist dagegen etwas völlig Anderes – und hat mit dem Aufnahmeformat NICHTS zu tun.

Guido G. | am 27. Juni 2016

Toller Beitrag,

ich stehe bei meinem neuen Hobby der Wassertropfenfotographie vor dem Problem, unscharfe Bereiche in den entstehenden Wasserschirmchen zu bekommen. Die Blende 8 ist bei meiner Bridge Kamera leider schon das Maximum. Nun werde ich es einmal mit der Bridge Kamera meiner Tochter testen, die einen kleineren Sensor hat.

Bei der Diskussion der korrekten Benennung wäre ich für den Versuch beide Lager mit dem Begriff Schiefentärfe zu vereinen.

Oder lieber Tärfenschiefe ?

Benjamin Leinert | am 28. April 2016

@Bernd

Jeder weiss zwar, was damit gemeint ist, dennoch ist die Schärfentiefe die richtige (auch grammatikalisch richtige) Bezeichnung.

Schneidet ein Metzger die Wurst, fragt er auch nach der Scheibendicke, und nicht nach der Dickenscheibe, es würde es auch nicht richtig(er) machen, wenn man es so gelernt haben sollte.

Die Tiefe ist hier das Grundwort, die Schärfe das Bestimmungswort, was „Schärfentiefe“ bildet.

Im Englischen heißt es Depth of field, frag ihn mal, ob es ein Field of depth gibt. Er wird dir auch sagen, dass es (neben dem Gebrauch) rein grammatikalisch keinen Sinn ergeben würden.

Oh, noch ein gutes Beispiel: Sinn machen, weiß‘ auch jeder was gemeint ist, obwohl Sinn nicht gemacht werden kann, nur ergeben oder etwas Sinn besitzen/haben kann.

Matthias Michler | am 2. September 2015

Also ich habe das hier geschriebene praktisch ausprobiert anhand eines Statives und einer Schaufensterpuppe,und es hat sich immer die Schärfe geändert bei 28,35,50,80,135 und 200mm Brennweite…bei gleicher Blende 5.6 und gleichen Abbildungsmassstab!!!Ich würde gern das hier erwähnte Stuhlbeispiel bildlich sehen wollen.Auch im Internet gibt es zahlreiche Bildbeispiele,bei denen sich immer die Schärfe verändert,bei gleichbleibenden Bildausschnitt!!

viele Grüße Matthias

Bernd Hutschenreuther | am 18. Juni 2015

Ich halte die Diskussion um das Wort für überzogen.
Ich habe auch noch nie gehört, dass ein Bild schärfentief ist.

Die Begriffe sind entweder synonym (umgangssprachlich oder können definiert werden.

Schärfentiefe Diskussionen führen nicht weiter.

Interessanter sind die Bildwirkungen.

Ich denke, dass die Wörter alle beide schon sehr alt sind und ihre Berechtigung haben.

Ich denke, ein Bild kann tiefenscharf sein, aber nicht schärfentief.

Viele tiefe scharfe Grüße von Bernd

Thomas D. | am 19. November 2014

Ich muss aber sagen, ich bin mit Tiefenschärfe/Schärfentiefe noch nicht überzeugt:
Die Schärfe der Tiefe(ninformation) sollte man mit einem Vektor alá x|y|z|schärfe (Nimmt man da Dioptrien?) beschreiben können. Schärfe selbst hat keine räumliche Ausdehnung, sondern ist einfach einen Wert für den Grad der Unschärfe (0=scharf), wie kann es dann eine Tiefe haben?!?

Tom | am 17. Oktober 2014

Hallo! Für die Schärfentiefe ist das „Zoom-Level“ ja egal. Zwar kannst du den Zoom direkt auf 55mm einstellen und erhältst zunächst eine geringere Schärfentiefe, musst dabei aber wahrscheinlich wieder weiter von deinem Modell weggehen, da es ansonsten nicht ganz ins Bild passen wird. Durch das Weggehen wird sich die Schärfentiefe aber dummerweise wieder erhöhen. Wähle also den Zoom ganz so wie es der Bildausschnitt verlangt. Die Blende aber halte unbedingt bei 1:2.8! Nur bei dieser Blende hast du die geringste Schärfentiefe. Bei manchen Zoomobjektiven kann man die geringste Blende (hier 1:2.8) nicht bei den maximalen Zoom-Stellungen erreichen. Da musst du mal sehen, was die Kamera „sagt“ bzw. im Display anzeigt.
Doch wenn dir der Hintergrund selbst bei Blende 2.8 noch zu scharf ist, kommst du nicht umhin, dir ein lichtstärkeres Objektiv zuzulegen (z. B. eines mit einer Anfangsblende von 1:1.4). Ich stehe derzeit vor dem selben Problem (Nikon D200). Ich werde mir wohl günstig eine alte „analoge“ Festbrennweite aus den 70ern holen mit Lichtstärke 1:1.4 oder gar 1:1.2. Das ist ja das gute an Nikon: Man kann einfach die alten Objektive (AI-System) ohne Adapter anschließen! Scharfstellen geht dabei natürlich nur manuell.
Eine andere Möglichkeit wäre theoretisch ein Kamerawechsel: Mit einer Vollformatkamera erhält man automatisch eine geringere Schärfentiefe, da der Sensor bzw. der Abbildungsmaßstab größer ist. Zur Not kann man Unschärfe im Hintergrund aber auch mit einer Bildbearbeitung korrigieren bzw. hinzufügen (z. B. mit dem kostenlosen Gimp oder eben Photoshop). Dies ist auch eine gängige Methode beim Bildjournalismus: Wenn man sich aufmerksam die Bilder in den Zeitungen ansieht, fällt manchmal auf, dass dort die Schärfentiefe manchmal unrealistisch gering ist.

barbie | am 16. Oktober 2014

sehr schöner Beitrag. jetz muss ich als Leihe nur nochmal eine dumme Frage stellen 😀 ich möchte zb in einer discothek ein Bild machen das eine sehr große tiefenunschärfe hat. Wie stelle ich meine Cam am besten ein wenn ich mit einem 35-55 mm 2.8 Objektiv arbeitet (Cam Nikon D7100) Abstand zum Mensch ca 1m Bildausschnitt Quer bis ca Brust??? bei Blende 2.8 und F4 ist die Tiefe immer noch relativ scharf 🙁

Bernd L. | am 14. Mai 2014

Sehr schöner Beitrag.Vor allem wird die Sache mit der Schärfentiefe, die vom Maßstab und nicht von der Brennweite abhängt, mal richtig dargestellt.

Tobias Heyl | am 5. September 2013

Es ist wohl am einfachsten zu merken, wenn man alphabetisch vorgeht. ‚S‘ kommt vor ‚T‘, damit kommt zuerst die Schärfentiefe, was richtig ist. Tiefenschärfe hat sich aber inzwischen – wenngleich quasi als falsches Synonym – durchaus etabliert.


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